Vielfalt an Managementsystemen

Qualitätsmanagement
Qualitätsmanagement, z.B. nach ISO 9001 ist heute in aller Munde und weltweit in rund 80 Ländern der Erde umgesetzt. Fast alle Branchen beschäftigen sich inzwischen mit der Einführung von Qualitätsmanagementsystemen. Immer geht es dabei um das Bestehen im Wettbewerb. Immer geht es um Erhalt und Steigerung des Gewinns und der Steigerung der Kundenzufriedenheit. Beherrschte Geschäftsprozesse sind das Ziel. Deshalb empfiehlt sich eine verstärkte Auseinandersetzung mit der Thematik, um das, was man tut, noch besser zu machen. Fest steht, dass ein Unternehmen durch die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems Verhaltenssicherheit für MitarbeiterInnen und Geschäftsführung und eine kontinuierliche Verbesserung der gebotenen Leistungen erreicht. Die ISO 9001 sowie die gesamte Normenfamilie basieren auf dem heute allgemein angenommenen Konzept des prozessorientierten Managements, d.h. statt eine Organisation als Gruppierung von Funktionen (Abteilungen oder Elementen) zu betrachten, wird sie als eine Gruppierung von Prozessen angesehen. Ein Prozess ist eine logisch aufeinander folgende Serie von Handlungen oder Tätigkeiten mit einer messbaren Eingabe (Input), einer messbaren Be- oder Verarbeitung (Wertschöpfung) und einer messbaren Ausgabe (Output) in einer sich wiederholenden Folge. Ein Prozess wird begrenzt durch die erste und letzte Tätigkeit einer Wertschöpfungskette.

Umweltmanagement
Ein Umweltmanagementsystem, z.B. nach ISO 14001, dient der Verbesserung und Systematisierung des betrieblichen Umweltschutzes. Unter Einbeziehung aller Bereiche und Ebenen einer Organisation wird das Bewusstsein für die Beachtung aller möglichen Umweltaspekte gefördert und in weiterer Folge Umweltauswirkungen reduziert. Gleichzeitig aber muss es gelingen, Umweltschutz und Betriebswirtschaft zu verknüpfen, denn nur ein Umweltmanagementsystem, das einem Unternehmen auch betriebswirtschaftliche Vorteile bringt, wird mittel- und langfristig eine tatsächliche Daseinsberechtigung haben. Trotz aller inhaltlichen Unterschiede, bietet ein Umweltmanagementsystem eine Reihe von Gemeinsamkeiten mit einem Qualitätsmanagementsystem oder auch einem Managementsystem für Arbeitssicherheit. Das bedeutet, dass solche Systeme auch bestens miteinander in Einklang und damit gemeinsam umgesetzt werden können. Eine Reihe von Strukturen können dabei von allen Systemen gleichzeitig genutzt werden. Die Grenzen zwischen den Einzelsystemen verwischen sich dadurch und schaffen Synergien und einen gemeinsamen Nutzen für das Unternehmen.

Gesundheits-/Sicherheitsmanagement
Es gibt aus ethischer, rechtlicher und wirtschaftlicher Sicht stichhaltige Gründe, die Verhütung von arbeitsbedingten Unfällen und Erkrankungen zu einem zentralen Managementthema zu machen. Ein effektives Gesundheits- und Sicherheitsmanagement ermöglicht nicht nur eine Senkung der Kosten, es steigert auch die Produktivität, Qualität und Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens. Durch gute Leistungen in der Verhütung von Berufsrisiken werden die Ursachen für arbeitsbedingte Unfälle und Erkrankungen soweit wie möglich ausgeschlossen. Einem guten Gesundheits- und Sicherheitsmanagement sollte innerhalb einer Organisation genauso viel Bedeutung zukommen wie anderen Kernaspekten der unternehmerischen Tätigkeit. Dazu ist ein gut strukturierter Ansatz erforderlich, mit den Berufsrisiken erkannt, bewertet und gelenkt werden können.

Integrierte Managementsysteme
Viele Organisationen entscheiden sich, nachdem sie in der Vergangenheit ein Qualitätsmangementsystem einfgeführt haben, dieses zu einem integrierten Qualitäts-, Umwelt- und/oder Arbeitssicherheitsmanagement-System zu erweitern. Wenn das Management-System prozessorientiert aufgebaut und strukturiert wurde, lässt es sich weiter entwickeln, indem lediglich die zusätzlich geforderten Prozesse des Umwelt- und Arbeitssicherheitsmanagements wie Bausteine dem bestehenden System zugeführt bzw. Anforderungen in bereits definierte Prozesse integriert werden. Durch die gleichwertige Einbeziehung der Anforderungen an Umweltschutz und Arbeitssicherheit erhalten diese Themen automatisch einen gleich hohen Stellenwert wie die bereits im Qualitätsmanagementsystem installierten Abläufe. Dazu wird auf bereits entwickelte Werkzeuge, wie die Prozesslandkarte, Prozessbeschreibungen, etc. zurückgegriffen und der Soll-Ist-Abgleich fortgeführt. Dabei werden die bestehenden Umwelt- oder Arbeitssicherheitsrichtlinien analysiert. Die Prozesse werden dann ggf. modifiziert oder neue Verfahren für die Organisation entwickelt.
Vor der Einführung ist darauf zu achten, dass das Managementsystem mit den grundlegenden Zielen der Organisation übereinstimmt. Dazu muss es sich nahtlos in die Struktur der Organisation einfügen. D.h. nicht die Organisation passt sich an das Managementsystem an, sondern das Managementsystem wird zur Erreichung der Unternehmensziele in die Organisationsstruktur integriert. Nur so wird vermieden, dass das Managementsystem als ungeliebte Pflichtaufgabe erscheint, fehlende Akzeptanz in der Organisation vorherrscht und somit wenig Nutzen erzielt wird. Im Sinne einer schlanken und effektiven Betriebsorganisation ist die Kombination und Integration von Managementsystemen eine äußerst sinnvolle Vorgehensweise, um den verschiedenen normativen Vorgaben zu entsprechen.